L’Ostéo4pattes

065 – Nachricht von Sonnabend, dem 29.August 2009

Dysfunktion der Kopfgelenke (Hinterhaupt-Atlas-Axis), ein Fallbericht
Créé le : Montag 4. Januar 2010 von Doris Rudinger, Pascale Coatantiec

Dernière modificaton le : Montag 4. Dezember 2017

Die Dysfunktionen im Bereich der Kopfgelenke findet man häufig als Ursache von Symptomen in der osteopathischen Praxis, teils sekundär in Folge anderer Störungen, teils als primäre Störung.

Eine kleine Zwergpudelin im Alter von acht Jahren wird uns in der Konsultation vorgestellt, weil sie seit drei Tagen sehr niedergeschlagen wirkt, sich weigert zu spielen und stöhnt, wenn man sie aufnehmen will. Ausserdem leidet sie mitunter unter Hinken der vorderen Gliedmassen, was während der Sprechstunde aber nicht beobachtetet werden kann. Der Appetit ist unbeeinträchtigt. Bei der klinischen Untersuchung zeigen sich keine Auffälligkeiten; Palpation und Drücken, als auch Flexion und Extension verschiedenster Gelenke verlaufen ohne Schmerzreaktion.

Bei der osteopathischen Untersuchung zeigt sich:

- der erste Halswirbel in Linksrotation, begleitet von einem starken Spanungsbezirk zwischen Hinterhaupt und Atlas.
- Starker Kopfschmerz
- Die Symphyse sphéno-basilaire in Linksrotation
- Das Brustbein steigt nach links

Die Behandlung mit faszialen Manipulationen vermag deutliche Verbesserungen nach einer Woche zu erreichen, aber eine zweite Behandlung des Atlas ist notwendig, um die komplette Heilung der Hündin zu erzielen.

Die Folgen der Störungen im der Funktionseinheit von Hinterhaupt, Atlas und Axis können sehr vielgestaltig sein, je nach der Stärke der vorliegenden Kontraktionen und Bewegungseinschränkungen. Die Drehung des Atlas erfolgt um den Zahn des Axis herum. Sie ist möglich dank der Kontraktionen der dorsalen und ventralen Halsmuskeln, die assymmetrisch arbeiten müssen, und/oder durch spezielle Rotationsmuskeln. Die seitlichen Bänder zwischen Hinterhaupt und Atlas, die Kapsel zwischen Atlas und Axis und die Bänder des Axisdorns (Dens axis) grenzen diese Rotationsbewegungen ein.

Dessin:

premières vertèbres cervicales du chien = die ersten Halswirbel des Hundes, leicht verändert nach H.E.Evans
(aspect profond en vue dorsale) = Innenansicht von hinten

Im beschriebenen Fall lösten die Kontrakturen der Halsmuskulatur starke lokale Schmerzen aus, die zum Kopf hin ausstrahlten. Die Kontrakturen der Muskeln zu den Vordergliedmassen und dem Sternum dürften für das zeitweilige Lahmen verantwortlich sein. In anderen Fällen führen solche Bewegungseinschränkungen zu Husten durch die Reizung bestimmter Äste des Nervus Vagus.

Die Dysfunktionen des ersten Halswirbels und noch weitergefasst der Gruppe, die aus Hinterhaupt (C0), Atlas (C1) und Axis (C2) besteht, waren also symptomauslösend und führten nicht nur zu lokomotorischen Symptomen, sondern auch zu Verhaltensveränderungen durch die verursachten Schmerzen bzw. zu weniger spezifischen Symptomen.



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