L’Ostéo4pattes

050 – Nachricht von Sonnabend, dem 17.Mai 2008

Gleichgewichtsstörungen bei einem Zwergkaninchen
Créé le : Dienstag 14. Juli 2009 von Bruno Denis, Doris Rudinger

Dernière modificaton le : Montag 4. Dezember 2017

Ein Zwergkaninchen mit ansonsten unauffälligem Erscheinungsbild und Verhalten zeigt seit etwa zwei Wochen mindestens einmal pro Tag Gleichgewichtsstörungen auf der rechten Seite. Die klinische Untersuchung bringt nur einen einzigen Befund: bei der Palpation des ersten Halswirbels fühlt man eine gewisse Verhärtung unter dem rechten Seitenflügel und eine Bewegungseinschränkung desselben bei der Rotation nach rechts (also eine Bevorteiligung der Linksrotation).Die wesentlichste Behandlung besteht in einer Mobilisation des Atlas in Bezug auf das Hinterhaupt in der bevorzugten Richtung, also nach links. (Der Wirbelkörper wird nach links gebracht.) Daraufhin normalisiert sich die Beweglichkeit des Atlas augenblicklich. Seit dieser osteopathischen Behandlung vor zwei Monaten sind nie wieder Gleichgewichtsstörungen aufgetreten.

Diskussion::

Das Gelenk zwischen Atlas und Hinterhaupt hat keine Gelenkscheibe, sondern nur Gelenkschmiere (Synovia). Die Gelenkkapsel dieses Gelenkes ist eng mit der Dura mater, den Venenplexûs und den Bändern zwischen Atlas und Axis verbunden. Diese Bänder (Membrana atlantooccipitalis dorsalis und ventralis, Seitenbänder) mit je nach Tierart mehr oder weniger ausgeprägter Elastizität bilden eine Fasermanschette, die atlanto-axiale Membran genannt wird. Physiologisch werden die Rotationsbewegungen durch den Axis ermöglicht, wohingegen Vor- und Zurückbeugen durch das erste Kopfgelenk (Articulatio atlanto-occipitalis) ausgeführt werden. Im Falle dieses Zwergkaninchens war die Linksdrehung des Atlas nicht mehr physiologisch. Eine Verfestigung der Gelenkflächen, gefolgt von Kontrakturen der dazugehörigen Muskeln (siehe Schema) hielten die Linksrotationsdysfunktion des Atlas aufrecht.

Die Blutversorgung der Atlantooccipitalregion durch die Hinterhauptsarterie (Arteria occipitalis) und bei manchen Arten durch die Arteria carotis interna (Nebenast der Arteria carotis externa), die sehr stark mit diversen anatomischen Strukturen der Region verflochten sind, macht diese Zone besonders empfindlich gegenüber dort auftretenden mechanischen Störungen.



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