L’Ostéo4pattes

053 – Nachricht von Sonnabend, dem 6. September 2008

Organosteopathie, wie funktioniert sie?
Créé le : Donnerstag 25. Juni 2009 von Doris Rudinger, Stephan Cayre

Dernière modificaton le : Sonnabend 2. Dezember 2017

Die Störungen des Bewegungsapparates sind mittlerweile als Domäne der Osteopathie weithin anerkannt, nicht so jedoch die Störungen an den inneren Organen. Dennoch sind die Organstörungen ausgezeichnete Indikationen für osteopathische Manipulationen, erst recht, da die allgemein verbreitete Gabe von Arzneimitteln nur mässige Erfolge verzeichnet und häufig Rückfälle befürchtet werden müssen.

Das Studium der Neuro-Anatomie und der Neuro-Physiologie des vegetativen Nervensystems und seiner Interaktionen mit dem somatischen Nervensystem beweist sehr deutlich den Einfluss der Wirbelbiomechanik auf das Funktionieren der inneren Organe, ... und umgekehrt.

zur Abbildung: aus Claude Pavaux, ENVT (Ecole Nationale Veterinaire de Toulouse), Neurologiekurs. Wir erinnern uns alle noch gut an dieses randvolle Schema aus unserem Anatomie- und Physiologiekurs..., von dem wir – das muss man ehrlich zugeben – nie wussten, wie wir es praktisch benutzen sollten. Erst durch die Osteopathie mit ihrer feinen Regulation des Muskeltonus oder der von Organstörungen wurde dieses Schema lebendig und wichtig. Dennoch hat dieses Schema ein bedauerliches Defizit: Es zeigt lediglich die efferenten Nervenbahnen zu den Organen, und unterschlägt völlig die afferenten, also die von den Organen kommenden. Lange Zeit wurden diese letzten völlig missachtet, was mit sich brachte, dass ein immens wichtiger Zusammenhang verneint wurde: nämlich dass Organe ihrerseits einen rückwirkenden Einfluss auf z. B. das Verhalten, Muskeln oder die Haut haben können. Seit über zehn Jahren beginnen die Neurobiologen diese Tatsache zu akzeptieren und das Phänomen der sogenannten Enterozeption zu beachten.

Man kann mehrere Arten von Interaktion unterscheiden:

- Die somato-viszeralen Reflexe, die zur Vasokonstriktion an einem Organ führen, wenn ein ganz bestimmter Körperpunkt stimuliert wird.
- Die viszero-viszeralen Reflexe, die ebenfalls zur Vasokonstriktion an einem Organ führen, aber nach Stimulierung an einem anderen Organ.
Die viszero-somatischen Reflexe neurologischen Ursprungs, die von verstärkten Erregungssignalen ausgelöst werden, die von einem gestörten Organ ausgehen und die einen Zustand der Übererregung der - anschliessenden Neuronenschaltstelle schaffen (Effekt der Erleichterung),was zu einer anhaltenden Erhöhung des Tonus an der dazugehörigen Körperzone führt.
- Die viszerosomatischen Reflexe gravitationellen Ursprungs, die aus einer Veränderung der Organposition in der entsprechenden Körperhöhle herrühren. Sie kann durch Gewichts- oder Volumenveränderung, welche zumeist durch veränderten Blutfluss (besonders Stauungsphänomene) hervorgerufen werden, entstehen.

Es existiert also eine grosse Anzahl neurologischer Signale, die Störungen an Organen entweder schaffen oder aufrechterhalten.

So wie bei den Störungen im Bewegungsapparat, so wird auch hier durch manuelle Arbeit an den Faszien und am Knochen-Gelenk-System versucht, solche Probleme zu beseitigen. So wurde vor kurzem in einer Veröffentlichung von der Wiederherstellung der Verdauungsmotorik bei einer Katze als ein gutes Beispiel berichtet. Angesichts der vielen funktionellen Erkrankungen, wo die Ursache im Rahmen konventioneller medizinischer Diagnostik meist unbekannt bleibt, kann die osteopathische Analyse häufig Heilungsergebnisse erzielen. Es ist also äusserst interessant, über dieses Werkzeug im Arsenal seiner therapeutischen Möglichkeiten zu verfügen.

Weitere Informationen:

1 – Berichte von der Konferenz des CNRS (Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) vom 25.4.1997 mit dem Thema ״Die afferenten viszeralen Nervenbahnen":
- "Man hat lange Zeit gemeint, die afferenten viszeralen Nervenbahnen vernachlässigen zu können... Aber diese Einstellung ist heute verlassen worden..."
- "Wir wissen ebenfalls, dass die Organaktivitäten supraspinale Reflexe auslösen können, die starke Regulatoren sind und viele innere (viszerale) Funktionen, und auch äussere (somatische), beeinflussen können..."

2-Die Nummer 8 der Zeitschrift ״ L’ostéo4pattes״ ist in grossen Teilen diesem Thema gewidmet. http://www.revue-osteo4pattes.eu/sp...



Notez cet article
3 votes






Startseite | Kontakt | Sitemap | Login | Besucher : 733 / 721179

Aktivitäten verfolgen de 

Realisiert mit SPIP 3.1.8 + AHUNTSIC