L’Ostéo4pattes

055 – Nachricht von Sonnabend, dem 4. Oktober 2008

Operationsnachwirkungen und epileptische Anfälle
Créé le : Sonnabend 20. Juni 2009 von Doris Rudinger, Patrick Chêne

Dernière modificaton le : Sonntag 3. Dezember 2017

Um einen Fall unter osteopathischem Blickwinkel zu betrachten, hat man oft anatomische Gebiete und Symptome in Beziehung zu setzen, die scheinbar gar nicht zusammengehören.

Cachou ist ein Mischlingshund von 12 Jahren (ungefähr 20kg schwer), der seit mehreren Jahren regelmässig unter epileptischen Anfällen leidet, trotz Behandlung. Ausserdem erlitt er vor einigen Monaten einen Kreuzbandriss am linken Knie, der operativ behandelt wurde.

Trotz der Operation kann er auf dem linken Hinterlauf nicht auftreten und hat keine Sensibilität an der Spitze der Pfote. Aus diesem Grund bringen die Besitzer den Hund in die osteopathische Sprechstunde, weil sie Nachfolgen der Operation befürchten (Gelenkblockade und Nervenbeeinträchtigung).

zum Bild: Die Zeichnung gibt den Stand der ersten Konsultation wieder. Obwohl nur eine grobe Skizze, zeigt sie doch deutlich die zwei wichtigsten Spannungspunkte und deren Beziehung zu den Symptomen. Die gespannten Fäden verdeutlichen die Tensegrität (Tension und Integrität, gespannte Einheit) und dienten dazu, dem Besitzer das Wechselspiel zwischen vorn und hinten zu zeigen

Das Kniegelenk ist vergrössert und verhärtet. Jedoch eine einfache funktionelle Behandlung ermöglicht, eine akzeptable Beweglichkeit herzustellen. Tatsächlich ist unter den diagnostizierten Funktionsstörungen diejenige am linken Iliosakralgelenk (es befindet sich in starker Anteriorität – traumatischer - und ist offensichtlich schmerzend) die bedeutsamste für die Symptome, die zur Konsultation führten.

Damit zusammenhängend zeigt sich eine starke linksseitige Schädeldysfunktion (Kiefergelenk, Hinterhaupt und Schläfe), die funktionell mit der am Iliosakralgelenk korreliert.

Beide Bereiche werden zuerst mit funktionellen Techniken behandelt, dann das Iliosakralgelenk mit strukturellen.

Zwei Monate später zeigt eine Kontrolluntersuchung, dass die Belastung des Hinterlaufes wieder normal erfolgt (bereits seit wenigen Tagen nach der ersten Konsultation). Lediglich ein geringes propriorezeptives Defizit ist noch vorhanden. Ausserdem – und das ist natürlich ein schönes i-Tüpfelchen – sind die epileptischen Anfälle praktisch völlig verschwunden.

Dennoch sind weiterhin starke Funktionsstörungen an der linken Schläfe zu vorhanden und zu behandeln, die noch von dem in der ersten Konsultation beobachteten Spannungskomplex (Kiefergelenk, Schläfe, ״C 0״ = Gelenk zwischen Atlas und Hinterhauptsbein) geblieben sind.

Diskussion

- In diesem Fall hing das Unvermögen, den linken Hinterlauf zu belasten, nicht mit der operierten Zone zusammen. Selbst ,dass sie verhärtet und schmerzhaft war, war lediglich einer leichten Funktionsstörung zuzuschreiben, die die nervösen und zirkulatorischen Abläufe am Ort behinderte. Man kann ganz allgemein sagen, dass die ausschliessliche Betrachtung einer Gliedmasse in klassischer klinischer Art und Weise häufig nicht ausreicht, um die Ursache für die Entstehung einer Lahmheit zu finden und ein dermassen komplexes Geschehen ohne grossen materiellen Aufwand zu lösen.
- Dass die epileptischen Anfälle bei diesem Fall quasi verschwunden sind, zeigt die Wichtigkeit des optimalen Funktionierens der Schläfenknochennähte. Etliche ungeklärte Epilepsien könnten von dieser Zone verursacht sein, wie auch schon öfters klinisch festgestellt wurde. Um solche Anfallsleiden richtig einzuordnen, sollte deshalb immer auch die Existenz von Blockaden an den Schädelnähten geprüft werden. Die kraniosakrale Osteopathie hat da schon etliche Fälle gefunden und behandelt.



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