L’Ostéo4pattes

064 – Nachricht von Sonnabend, dem 25.4.2009

Schildkröte und Osteopathie
Créé le : Sonntag 26. April 2009 von Doris Rudinger, Pascale Coatantiec

Dernière modificaton le : Montag 4. Dezember 2017

Es kommt häufig vor, dass ein Osteopath zu einem unserer Haustiere wegen Knochen- oder Gelenksproblemen gerufen wird – Hunde, Katzen, Pferde besonders. Jedoch äusserst selten ist es, zu einer Schildkröte gerufen zu werden, selbst wenn bei dieser ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielt werden können, wie der vorliegende Fall zeigt.

Es handelte sich um eine männliche Floridaschildkröte im Alter von 10 Jahren, die zur Sprechstunde kam, wegen Beschwerden am linken Vorderfuss. 5 Tage zuvor war das Tier von einem niedrigen Tisch gefallen und benutzte seit diesem Unfall diesen Fuss nicht mehr, liess ihn nur nachschleifen. Bei der klinischen Untersuchung konnte eine Fraktur ausgeschlossen werden. Andererseits war der Rückzugsreflex deutlich vorhanden, wodurch eine Lähmung ausgeschlossen werden konnte. Osteopathisch war festzustellen, dass sich das Sacrum in Streckung und Linksdrehung, der sechste Halswirbel ebenfalls in Linksdrehung, der linke Ellenbogen in Auswärtsdrehung befand und das Ensemble Elle-Speiche beweglich war, wobei eine starke Funktionsstörung auf dem Niveau des Handgelenks vorlag. Eine Behandlung mit Faszien- und funktionellen Techniken war demnach indiziert.

5 Tage später begann das Tier bereits, die verletzte Gliedmasse wieder zu benutzen. Es zog sie spontan nach vorn und konnte wieder beginnen zu schwimmen. Beim Anhalten hielt es diese Extremität nicht mehr nach hinten (siehe Foto).

Handgelenk und Ellenbogen wurden erneut behandelt und 12 Tage nach der ersten Konsultation waren keine Störungen mehr zu beobachten.

Es scheint selbstverständlich, dass die Behandlung der Schildkröten anders erfolgen muss als die der Säugetiere, da der Panzer eine grosse Partie des Körpers verdeckt. Jedoch muss man berücksichtigen, dass der Panzer ein lebendes Organ ist. Die Knochenplatten, aus denen er besteht, wurden aus den Rippen und dem Schulter- und Beckengürtel geformt, was seine Festigkeit und Starre ermöglicht. So spricht man auch von Nacken-, Wirbel-, Rippenschild usw... Die Wirbelsäule ist in der Mitte des Panzers befestigt, die aus über 60 Knochen gebildet wird und von Nerven und Blutgefässen durchlaufen wird. Die Naht- und Verzahnungsstellen von Horn- und Knochenpanzer liegen nicht übereinander, sondern sind gegeneinander verschoben. Dadurch erhöht sich die Festigkeit des Panzers noch weiter.

David Lefort - Fotolia.com

Der Therapeut kann die Mobilität der Schilder abschätzen und die primäre Atmungsbewegung erfühlen, was ihm wiederum erlaubt, an die darunterliegenden Strukturen zu gelangen und dort notwendige Behandlungen vorzunehmen. An Pfoten und Schwanz kann er natürlich direkt hingelangen.

Das bedeutet, dass die Osteopathie genau wie bei den Säugetieren auch bei den Schildkröten angewendet werden kann, zumal die Gabe von Medikamenten hier häufig nicht so einfach ist.



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