L’Ostéo4pattes

Tierosteopathie (AS)

Créé le : lundi 4 décembre 2006 par Catherine Brassaud

Dernière modificaton le : mercredi 16 mars 2011

Was ist Osteopathie ? Wozu dient sie ? Funktioniert sie ?

Die Tierosteopathie – im weiteren kurz Osteopathie genannt, da sie sich von der Humanosteopathie nicht grundsätzlich unterscheidet – ist eine Methode, die auf der detaillierten Kenntnis der Anatomie und Physiologie basiert und durch Manipulationen zur Gesundheit des Organismus beitragen kann. Als therapeutische Form betrachtet sie den Körper als Ganzes und strebt danach, den Gleichgewichtszustand wieder herzustellen, wie er vor einer Krankheit geherrscht hat.

Konkret bedeutet das, dass die osteopathische Behandlung sich nicht nur gegen die Symptome richtet, sondern dieses als Ausdruck eines Ungleichgewichts im Körper betrachtet. Sie sucht die Gründe dafür in den diversen Teilen des kranken Organismus und damit nach Ursachen und Wirkungen, indem sie den Allgemeinzustand des Patienten mit einbezieht. Gemäss ihrer Theorie kann eine Lahmheit z.B. auch Zeichen der Fehlfunktion eines inneren Organs sein.

Die inneren Organe sind an Membranen, sogenannten Mesos, befestigt, die sie mit der Körperwand und auch mit anderen inneren Organen verbinden, besonders aber mit der Lendenwirbelsäule. Nach osteopathischem Verständnis übt also z.B. ein krankhaft vergrössertes Organ über sein Meso einen abnormalen Zug auf die Wirbelsäule aus, der sich wiederum auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der an sie anschliessenden Strukturen auswirkt. Durch diesen Zug können sich auch einzelne Wirbel verschieben und dadurch eine sichtbare Lahmheit auslösen, die dadurch als Symptom bloss die Spitze des Eisbergs darstellt.

Beispielsweise schliesst sich bei den Fleischfressern das Grosse Netz (Omentum majus) an die äussere Biegung des Magens an und reicht bis zur Lendenwirbelsäule zwischen der Magenarterie (A. coeliaca) und dem Anfang des Zwölffingerdarms. Es bedeckt dabei fast die ganze Darmmasse sowie die Blase. Gemäss der osteopathischen Theorie können sich also Veränderungen an den Organen, die es Umfasst, auf die Lendenwirbelsäule auswirken, genauso wie eine Veränderung an der Lendenwirbelsäule Auswirkungen auf die Funktion der inneren Organe haben kann.

Neben einem rein mechanischen Effekt sollte auch der Einfluss der grossen Arterien nicht vergessen gehen. Gemäss einem zentralen Prinzip der Osteopathie "steht der Einfluss der Arterien über allem". Beispielsweise löst sich die Magenarterie (A. coeliaca) auf Höhe des ersten Lendenwirbels von der Aorta, die vordere Baucharterie (A. mesenterica cranialis) auf Höhe des zweiten und die hintere Baucharterie (A. mesenterica caudalis) auf Höhe des fünften Lendenwirbels, und die breite Wurzel der Darm-Mesos setzt unter den ersten vier bis fünf Lendenwirbeln an. Durch die oben beschriebenen Mechanismen kann also eine osteopathische Fehlfunktion auch Änderungen am Blutfluss und damit der Durchblutung der Bauchorgane mit sich bringen.

Allerdings hört die Theorie hier nicht auf, sondern zieht auch noch die Folgen einer Organ-Fehlfunktion für die umliegenden Gewebe in Betracht. Die inneren Organe stehen über physischen und auch biochemische Prozesse in Verbindung. Die Fehlfunktion eines Organs führt zur Ausschüttung von Substanzen, die sich auch auf andere Organe des Körpers auswirken können. Der sogenannte "Turgor-Effekt" impliziert auch, dass durch Schrumpfung oder Vergrösserung eines kranken Organs im Bauchraum veränderte Platzverhältnisse zu Verschiebungen der gesunden Organe führt, was sich wiederum negativ auf deren Funktion auswirken kann. Die Wiederherstellung des so veränderten Gleichgewichts ist nun also das Ziel der Osteopathie, und von daher stammt auch ihre erwähnter umfassende Sicht der Krankheit.

Ein Osteopath verfügt über verschiedene Manipulationstechniken, die an die betroffenen Gewebe angepasst sind. Die Behandlung geschieht manuell, wie der Ausdruck "Manipulation" ja bereits andeutet. Der Osteopath ertastet mit seinen Händen die verschiedenen Gewebe, ihre Textur, Elastizität, Dicke, Trockenheit etc. Er untersucht verschiedene Anatomische Punkte auf Asymmetrien, eingeschränkte Beweglichkeit und lokalen Schmerz. Dadurch gelangt er am Ende zu einer osteopathischen Diagnose, zur entsprechenden Behandlung und ihrer Erfolgskontrolle.

Die Manipulationen haben Auswirkungen auf verschiedene Körpergewebe : Knochen werden durch Lösung von Gelenksblockaden in ihrer Position verändert, verkrampfte Muskelfasern werden gelöst, unter Zug stehende Faszien (grosse Bindegewebige Strukturen zwischen Muskeln) werden entspannt, und veränderte innere Organe können in der Bauch- und Beckenhöhle ertastet und zurück in ihre normale Position geschoben werden.

Gemäss den oben erwähnten Punkten können sich osteopathische Manipulationen auf mehreren Ebenen auf den Organismus auswirken : Sie können sowohl die Biomechanik als auch die lokale und globale Physiologie verändern. Die behandelte Körperregion reagiert also durch verbesserte Beweglichkeit (Biomechanik) – z.B. ein Wirbel, der seine natürliche Bewegungsfreiheit wieder erlangt hat – was lokal zur Ausschüttung von chemischen Substanzen führt, die wiederum Auswirkungen auf den ganzen Körper haben können – entweder hormonell oder auch über das Nervensystem.

Krankes Gewebe wird als ein Gebilde aus Zellen betrachtet, die untereinander verbunden sind und kontinuierlich über ihre Verbindungen kommunizieren und dabei auch Informationen über Gesundheit oder Krankheit übertragen. Diese Verbindungen erlauben je nach ihrem Aufbau auch die Übertragung von Kräften (Zug, Druck etc.) sowie von biochemischen Substanzen von einer Zelle auf die nächste. Andere chemische Botenstoffe werden über die Blutbahn an weiter entfernte Strukturen abgegeben oder reizen über Sogenannte Neurotransmitter die Nervenenden (Synapse) und übertragen so Signale an andere Organe.

Daneben postuliert die Osteopathie auch eine Verbindung zwischen Geweben mit gleichem embryonalem Ursprung. Während der Embryonalentwicklung teilt sich der Organismus in drei Keimblätter auf (Ektoderm, Mesoderm und Entoderm), aus denen sich in der Folge sämtliche Organe entwickeln. Aus dem Ektoderm entwickelt sich das Nervensystem, die Melanozyten (dunkel gefärbte Hautzellen), die Haut sowie gewisse Strukturen des Kopfes (Kiefer, Zähne etc). Das Mesoderm bildet Skelett und Muskeln, und aus dem Entoderm entstehen Verdauungstrakt und Lunge. Es scheint nun gemäss osteopathischer Lehre ein stärkerer Einfluss zwischen Strukturen gleichen Ursprungs zu bestehen. Beispielsweise soll sich also ein Zahnproblem auch auf die Melanozyten des Körpers auswirken (dieses empirische Beispiel stammt aus der Humanosteopathie)

Wie schon erwähnt, wird auch die Blutversorgung durch eine osteopathische Läsion beeinflusst. Das abnormale Gewebe generiert Schmerzimpulse (Nervenreizungen), welche seine Durchblutung beeinflussen, da die Motorik der Blutgefässe dadurch verändert wird. Die entsprechenden Gewebe können dabei entweder chronisch entzündet, aber auch schlecht durchblutet und kalt sein. Aufgrund der Durchblutung, sowie der nervlichen und chemischen Reize kann auch die Spannung der Muskulatur erhöht (Verspannung), aber auch vermindert sein. Ausserdem kann das Gewebe auch anderweitig verändert sein, z.B. durch Ödem, Kongestion oder Fibrose.

Die osteopathische Manipulation stellt die normale Beweglichkeit wieder her und behandelt so die damit verbundenen Schmerzen. Dadurch wird die Biomechanik normalisiert, was wiederum abhängig von der Physiologie des betroffenen Gewebes zu biochemischen Veränderungen führt. Dadurch können sich auch die weiteren Auswirkungen in anderen Körperregionen nach und nach normalisieren.

Osteopathische Manipulationen sind dann optimal, wenn sie die einer Krankheit zugrundeliegende Fehlstellung behandeln können. Falls die zugrundeliegende Ursache aber nicht gefunden werden kann, ist die Wirkung nur vorübergehend oder sogar abwesend. Durch die weiter oben beschriebenen Mechanismen stellt sich bei den behandelten Zonen wiederum eine Einschränkung der Beweglichkeit ein. Darum soll eine vollständige osteopathische Aufarbeitung immer die ganze Kette von Ursache und Wirkung zurückzuverfolgen versuchen.

Um die Grenzen der Osteopathie besser verstehen zu können, müssen wir einige Fakten betrachten. Die Fibrose beispielsweise ist eine nicht rückgängig zu machende Veränderung des Gewebes. Ist nun aber das ursprünglich für die Symptome verantwortliche Organ unumkehrbar verändert, kann das Gleichgewicht durch Osteopathie nicht mehr wiederhergestellt werden.

Dasselbe gilt für alle Organschäden : Die Osteopathie ist am effektivsten gegen funktionelle, weniger gegen organische Krankheiten. Dazu muss man auch die Entstehung einer Krankheit nach osteopathischer Theorie verstehen : Bevor sich organische Schäden ausbilden (wie z.B. eine Knorpelverletzung oder ein Tumor), ist die Funktion der betroffenen Stelle geschädigt. Während ihre Gewebestruktur noch intakt ist, kann sie ihre Aufgabe nicht mehr optimal erfüllen. In diesen Fällen ist der Körper zwar krank, aber die Osteopathie kann helfen, ihn wieder optimal funktionieren zu lassen. Ist das Gewebe aber schon verändert, ist Osteopathie weniger effektiv : Sie kann nicht Knorpel regenerieren oder einen Tumor verschwinden lassen. In diesen Fällen versteht sie sich eher als Begleitung einer konventionellen Therapie und versucht, die negativen Folgen des Grundproblems soweit als möglich zu reduzieren.

Osteopathie ist also bei alternden oder degenerativ erkrankten Tieren unterstützend und kann helfen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, indem sie den Auswirkungen des Grundproblems entgegenwirkt. Ein typisches Beispiel für eine solche degenerative Krankheit beim Hund ist die HD, bei der mittels Osteopathie eine gewisse Verbesserung der Symptome erreicht werden kann, obwohl Knorpel und Knochen der Hüfte weiter degenerieren.

Unter den funktionellen Erkrankungen sind insbesondere Erkrankungen des Bewegungsapparates für den Osteopathen interessant : Lahmheiten, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen etc. Wie erwähnt beschränkt sich die Osteopathie aber nicht auf die Behandlung von Muskeln und Gelenken. Gewisse Erkrankungen der inneren Organe (Verdauungsapparat, weibliche Geschlechtsorgane, Atmungsorgane) können auch osteopathisch behandelt werden, falls sie funktionell bedingt sind.

Daneben hat die Osteopathie auch im Sport einen Platz – sie soll eine optimale Beweglichkeit sicherstellen, die den starken Belastungen bei sportlicher Betätigung (Agility, Dog Dancing etc.) entgegenwirkt

Es existieren also viele Indikationen für eine osteopathische Konsultation, primär bei Problemen des Bewegungsapparats, aber auch bei inneren Erkrankungen, Verhaltensänderungen und Zahnerkrankungen. Ein Hund, der beispielsweise plötzlich ungern ins Auto steigt oder nicht mehr aufs Sofa springt, kann einfach nur "keine Lust" haben. Es ist aber auch möglich, dass solche kleinen Signale erste Anzeichen eines zugrundeliegenden Problems sind : Probleme der inneren Organe können etwa Übelkeit oder Durchfall verursachen. Verhaltensänderungen können auch durch Schmerzen eines erkrankten Körperteils entstehen. Dasselbe gilt auch für gewisse Zahnerkrankungen (z.B. ungleichmässige Abnutzung), die durch Probleme an Kiefergelenk oder -muskulatur verursacht werden können.

Osteopathie ist also nicht für alle Erkrankungen geeignet, hilft aber trotzdem in vielen Fällen. Sie kann bei vielen Problemen heilend wirken und hat auch einen vorbeugenden Nutzen, indem sie verhindern kann, dass anatomisch-funktionelle Veränderungen sich zu neuen Erkrankungen entwickeln.

Catherine Brassaud, Tierosteopathin
www.animosteo.ch

Glossar

Biomechanik :
Anwendung der Gesetze der Mechanik auf den Körper, insbesondere den Bewegungsapparat.

Kongestion :
Übermässige Ansammlung von Blut in den Gefässen eines Organs oder Gewebes.

Epithel :
Deckgewebe, dass alle äusseren und inneren Oberflächen des Körpers bedeckt.

Fibrose :
Abnormale Bildung von Bindegewebe.

Homöostase :
Tendenz des Organismus, die physiologischen Bedingungen konstant zu halten.

Hypertrophie :
Übermässige Vergrösserung eines Organs oder Organteils ohne Veränderung seiner Struktur.

Melanozyt :
Zelle, welche ein dunkles Pigment (Melanin) enthält. Trägt u.a. zur Färbung von Haut, Fell und Augen bei.

Neurotransmitter :
Substanz, die für die Übertragung eines Nervenimpulses zwischen Nervenzellen und zwischen Nervenzellen und Zielorgan sorgt. Wird aus den Nervenenden freigesetzt, sobald ein Nervenimpuls empfangen wird.

Ödem :
Übermässige Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.

Physiologie :
Wissenschaft vom Funktionieren des gesunden Körpers.

Referenzen :

Anatomie du chien, Bernard Collin, Editions Derouaux Ordina, ISBN 2-87047-027-4

Dictionnaire médical, Editions Masson, 4ème Edition, 2004, ISBN : 2-294-01370-0



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